Anlagenplanung

Motivation und Ziele:

Kürzlich habe ich eine paar Kartons am Speicher herausgekramt, in der ich die ca. 30 Jahre alten Loks und Waggons von Fleischmann aufbewahrt habe. Ich hatte schon ganz vergessen, was da seit Jahren alles in den Kisten schlummerte. Zusammen mit ein paar Neuanschaffungen komme ich auf 9 Loks, ca. 20 Güterwaggons und ca. 16 Personenwaggons unterschiedlicher Epochen. Da dachte ich mir, es wäre doch cool, einfach mal eine tolle Anlage zu bauen.

Bei der Anlage soll der Schwerpunkt auf dem Spielspaß liegen. Das Spiel soll durch den Einsatz mehrerer Züge gleichzeitig auf unterschiedlichen Strecken abwechslungsreich sein. Die Steuerung soll nicht per Computer, sondern manuell erfolgen, denn das macht ja gerade den Spielspaß aus. Realitätstreue der Gleisführung und der Anlage stehen nicht im Vordergrund.
Man soll also um die 5 Züge mindestens gleichzeitig fahren lassen können, und dabei noch Rangiermanöver durchführen können. Ein sehr informatives Beratergespräch in einem Eisenbahn-Fachgeschäft hat mich auf den neuesten Stand der Technik gebracht: Ein digitales System soll eingesetzt werden. Man kann damit alle Loks einzeln ansteuern, auch wenn sie sich im gleichen Stromkreis befinden.

Raumplanung:

Die Anlage muss in einem Raum untergebracht werden, der 6 m x 4,5 m groß ist. Dabei ist weiterhin zu beachten, dass die Decke nur 1 m - 1,70 m hoch ist (schräges Dach). Der Platz unter der Anlage soll zusätzlich als Stauraum verwendet werden.


In diesem Speicherraum soll die Anlage untergebracht werden.

Hier der Plan des Grundrisses (das Raster ist 10 cm):

Gleisplanung:

Die Anlage wird in 3 Ebenen geplant - nicht nur, weil Berge und Tunnels Spaß machen, sonder auch, um möglichst viele unabhängige Strecken bauen zu können. In den Gleisplänen unten sind Tunnestrecken durch nicht ausgefüllte Gleise zu erkennen. Pfeile markieren den Übergang von/zur nächsten Ebene. Der Plan gefällt mir besonders deshalb, weil bei relativ geringem Platzbedarf bis zu 5 Züge unabhängig voneinander auf eigenen Strecken fahren können. Trotzdem gibt es eine Menge sichtbares Gleis. Ich finde, die Anlage ist ein Platzwunder.
Um einen solchen Gleisplan zu erstellen, sind Computerprogramme wie z.B. WinTrack sehr gut geeignet. Man sollte sich für die Planung ein paar Wochen Zeit lassen, weil einem in der Zeit ständig neue Ideen kommen. Ich habe den Plan mindestens fünfmal überarbeitet, bis er in der endgültigen Version fertig war:


Ebene 1 (untere Ebene) mit Schattenbahnhof und Drehscheibe. Diese Ebene hat 2 unabhängige Strecken.
Aus Platzgründen wird kein Lokschuppen gebaut, sondern die Loks werden unterirdisch im Berg geparkt.


Ebene 2 (mittlere Ebene) mit Rangiermöglichkeiten rechts, einem Bahnhof vorne in der Mitte und 2 unabhängigen Fahrstrecken. Man sieht die Auf- und Abfahrten zu Ebene 1 und Ebene 3. Die Ebene 2 wurde so geplant, dass man sie mit dem äußeren Ring der Ebene 1 zu einer sehr langen Strecke kombinieren kann (Auffahrt auf Ebene 2 - äußeren Ring auf E2 fahren - inneren Ring auf E2 fahren - Abfahrt auf E1 - äußeren Ring auf E1 fahren).


Ebene 3 (obere Ebene). Ebene 2 ist hier transparent zu sehen, damit man den Überblick über den Streckenverlauf behält.
Die Strecke der Ebene 3 ist zwar unabhängig, führt aber ein kurzes Stück über das Rangiergleis der Ebene 2. Sie ist nur für kleine Züge geeignet, weil die Steigung ziemlich stark ist.


Hier sieht man alle Ebenen von oben. Weiß = Ebene 1. Beige = Ebene 2. Grün = Ebene 3. Der Plan ist notwendig, um einen Überblick zu bekommen, wie die Grundplatten der einzelnen Ebenen gebaut werden müssen.

Modellbau:

Wie man schon sieht, ist auf der Anlage kaum Platz, irgendwelche Städte oder ähnliches aufzustellen. Daher werde ich mich erst nach Fertigstellung der Gleisanlagen auf die Gestaltung der Landschaft konzentrieren. Geplant sind ein Bahnhof auf Ebene 2 im mittleren Bereich und ein kleiner Bahnhof auf Ebene 3 ganz oben auf dem Berg.

Material:

Die Anlage wird von Grund auf neu gebaut. Der Vorteil ist, dass ich mir aussuchen kann, welche Technik ich einsetze, und mich nicht mit Altlasten herumärgern muss. Ich wollte zuerst Fleischmann-Gleise verwenden, habe mich dann aber für die Roco Linie in Neusilber ohne Bettung entschieden. Nur die Drehscheibe wird von Fleischmann sein. Die Schienen von Roco kosten weniger als die billigsten Messing-Fleischmann-Gleise, und sind zusätzlich noch korrosionsfrei. Gleise mit Schotterbett verwende ich nicht. Unter die Schienen kommt eine Korkmatte aus dem Baumarkt zur Geräuschdämmung, die ich immer noch nachschottern kann, wenn ich Lust dazu habe.
Insgesamt werden wohl etwa 97 Meter Gleis verlegt. Hmmm... das Nachschottern von 97 Metern Gleis dürfte eine ziemliche Sträflingsarbeit sein...

Hier ein Auszug aus der Stückliste für die Gleisanlage. Die Preisangaben sind von 2002 inkl. Märchensteuer und stammen von einem Versandhändler im Internet. Sie sind etwas günstiger als die normalen Ladenpreise, liefern aber einen guten Anhaltspunkt. Die Stückliste ist extrem wichtig, denn nur dadurch weiß man, welche Kosten auf einen zukommen. Da ich doch überrascht war über die Höhe der Gesamtsumme (rund 1800,- Euro ohne Holz und Baumaterial), habe ich mich entschlossen, die einzelnen Ebenen nacheinander in unterschiedlichen Phasen zu bauen.


Auszug aus der Excel-Stückliste. (Eine Stückliste kann auch durch einen Computer-Gleisplaner automatisch erstellt werden, falls man einen verwendet hat.)

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