Bau- und Gleisplan: |

Am Anfang war das Holz: |
Es begann mit einem
Großeinkauf im Baumarkt für die Teile der Ebene 1. Gekauft werden musste das
nötige Holz für den Aufbau der Grundplatte. Dabei war wichtig, dass die Anlage
nach Fertigstellung wieder in 4 Teile zerlegbar sein sollte. Außerdem mussten
die einzelnen Module wegen der Größe der Anlage separat gebaut werden. Und beim
Zusammenbau sollte dann alles passgenau zusammengefügt werden. Jeder der vier
Grundplatten soll durch einen Holzrahmen Stabilität gegeben werden. Unklar war
noch, worauf die Anlage gestellt werden soll. Eigene Beine, oder Böcke?
Statt der Spanplatten ließ ich 16 cm dicke Tischlerplatten
zuschneiden, da diese verzugsfester und außerdem deutlich leichter sind. Leider
auch mehr als doppelt so teuer. Aber wie heißt es so schön: Wenn der Unterbau
nix taugt, kann man die ganze noch so teuere Anlage vergessen.
Irgendwie war ich von der Größe der Anlage dann doch etwas
überrascht, als ich zwei der Tischlerplatten mit einem Handwagen durch den Ort
karren musste, weil sie nicht ins Auto passten. Nach Schwerstarbeit auf den
dunklen und engen Gehsteigen eines Vororts von München mit zwei 170 x 130 cm
Holzplatten stand ich nun schwitzend in meiner Wohnung vor einem Stapel Holz und
fragte mich, ob ich mich nicht ein wenig übernommen hatte. Und das war erst das
Holz für die Ebene 1! Ich glaube, ich lasse die Ebene 3 komplett weg. Naja, erstmal darüber schlafen.
Der Unterbau: |
Am nächsten Tag ging es mit neuer Motivation an
die Arbeit.
Bei den zwei großen Tischlerplatten (linkes
und rechtes Seitenstück) wurden gemäß Plan jeweils eine Ecke mit der
Stichsäge abgeschnitten. Die Latten für den Rahmen wurden vermessen und
zersägt. Dann wurden die Latten unter die Platten gelegt und Löcher
vorgebohrt, um beim Verschrauben ein Springen des Holzes zu vermeiden. Es
wurde nur so tief gebohrt, dass der Bohrer die Platte durchdringt und nur
ca. 5 mm in die Latte taucht, damit die Schraube noch greifen kann. Danach
Holzleim auf die Leisten geschmiert, und die Platte mit Senkkopfschrauben
auf die Leisten geschraubt. Die ganze Arbeit hat nur 5 Stunden gedauert, und
die Grundplatten mit Rahmen waren sehr stabil. Als die Platten mit Rahmen
endlich fertig waren, wurden in die Plattenkanten noch je vier Löcher für
Holzdübel gebohrt, um die Platten hinterher passgenau und verrutschsicher
zusammenstecken zu können. Ganz wie man es von Ikea-Möbeln kennt.
Die wichtigsten Werkzeuge: Stichsäge, Bohrmaschine, Akkuschrauber.
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Ich habe mich entschlossen, doch keine runde Öffnung in die rechte Grundplatte zu sägen (war ursprünglich geplant, um von unten auf die unterirdischen Gleise zugreifen zu können). Ich befürchte, dass die Stabilität der Grundplatte darunter leiden würde. Ich werde stattdessen lieber die zweite Ebene leicht abnehmbar machen (vielleicht zum Wegklappen oder Verschieben).
Gleisbauarbeiten: |
Glücklicherweise ist mir noch ein Fehler im Gleisplan aufgefallen: Weichen über den Trennstellen der vier Platten. Das erschwert ein Zerlegen der Anlage ungemein. Am Gleisplan wurden also erstmal die Weichen verschoben, so dass über den Plattengrenzen nur normale Gleise liegen. Ansonsten bin ich auch nach längerem Überlegen mit meinem Gleisplan sehr zufrieden.
Erst einmal habe ich die Gleise besorgt, und dabei festgestellt, dass ich die elektrischen Weichenantriebe nicht berücksichtigt hatte (ich dachte, bei den Mörder-Preisen sind die bei den Weichen dabei). Ich war wieder mal schockiert, wie teuer das Modellbahn-Zeug ist. Zuhause nach dem Auspacken habe ich mir vor allem mal die Dreiweg-Weichen genauer angesehen. Die Roco-Gleise machen einen sehr hochwertigen Eindruck.
Die Grundplatten wurden lackiert, damit sie sich später bei der Landschaftsgestaltung nicht so mit Wasser oder Kleber vollsaugen. Da der Aufbau einer 6 m langen Anlage am Stück aus Platzgründen ein Ding der Unmöglichkeit war, wurden die vier Segmente paarweise aufgebaut. Die Gleise wurden schrittweise auf der Korkmatte ausgelegt und die Korkmatte zurechtgeschnitten. Der ausgeschnittenen Kork wurde unter den Gleisen mit Holzleim auf die Grundplatten geklebt. Dann wurden die Gleise befestigt. Wenn man die optimale schalldämmende Wirkung erreichen will, darf man keine Verbindung zwischen Gleis und Grundplatte herstellen (durch Nägel oder Schrauben), sondern sollte die Gleise auf den Kork kleben. Wichtig war, dass die Gleise, die sich über den Plattenkanten befanden, nicht befestigt wurden. Dadurch können die Platten später wieder auseinandergezogen und zerlegt werden. Die Idee mit den Holzdübeln hat sich hier sehr bewährt, weil ein Verschieben der Platten gegeneinander katastrophal für den Gleisbau gewesen wäre.
Es hat sich herausgestellt, dass DKW (Doppelkreuzungsweichen) fast doppelt so teuer sind wie zwei normale Weichen. Außerdem ist bei DKW eine Polarisierung der Herzstücke zwingend nötig, weil sonst die Loks mitten auf der Weiche stehen bleiben. Um die Sache einfacher zu machen, wurden die DKW umgetauscht und stattdessen je zwei Standardweichen besorgt. Der Gleisplan musste dafür wieder mal etwas angepasst werden.
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Eine weiteres Thema musste beim Gleisbau beachtet
werden: Bei falscher Weichenstellung sollte gesperrte Gleisabschnitt automatisch
stromlos geschaltet werden, um Zusammenstöße an der Weiche zu vermeiden. Dies
ist besonders in den Bereichen der Anlage wichtig, die später unterirdisch
verlaufen. Dies kann umgesetzt werden, indem jeweils einen Schienenstrang hinter
der Weiche auf doppelter Lok-Länge isoliert (damit die Lok bei Fahrt nicht
einfach drüber rutscht). Die Stromzufuhr für den isolierten Abschnitt soll evtl.
über ein bistabiles Relais, welches parallel zum Weichenantrieb angeschlossen
wird, mit Strom versorgt werden.
Des weiteren sollten die Gleise im Schattenbahnhof durch einen simplen Schalter
stromlos geschaltet werden können. Ansonsten würden wegen der digitalen
Steuerung bei abgestellten Zügen ja ständig die Zugbeleuchtungen weiterbrennen.
Es mussten also an den entsprechenden Stellen Isolier-Schienenverbinder
angebracht und die isolierten Gleise mit einer Stromzufuhr versehen werden.
Verdrahtung: |
A propos Stromzufuhr: Hier gab es einige
Alternativen. Zu kaufen gibt es Anschlussgleise von Roco (für 10,50 EUR das
Stück, extrem teuer!). Man kann sich auch Schienenverbinder besorgen, an die ein
simples Kabel gelötet ist (kostet 3,50 das Paar, auch noch zu teuer, wenn man
bedenkt, dass der Materialwert vielleicht bei 10 Cent liegt). Man könnte Kabel
an die Schienen löten, was aber oft zum Schmelzen des Gleisbettes führt, und die
Gleise durch das Löten dauerhaft versaut sind. Meines Erachtens ist die beste
und kostengünstigste Lösung, in regelmäßigen Abständen Kabel einzuklemmen, zumal Klemmen besseren Kontakt gibt
als Löten.
Also wurden die Litzen in den Farben Braun und Schwarz zurechtgeschnitten, die
Enden abisoliert, verzwirbelt und mit Lötzinn stabilisiert. Dann wurden sie -
wie im Bild zu sehen - zwischen Schiene und Schwelle eingeklemmt und die
überstehenden Enden umgebogen. Das Ganze hielt bombig und gab einen sehr guten
Kontakt. Mit ca. fünf Stellen für Stromzufuhr auf jedem Segment war ich
in jedem Fall auf der sicheren Seite.
Geplant sind drei voneinander unabhängige
Stromkreise:
- Stromkreis 1 (15 V/2,7 A hochfrequenter Wechselstrom) für die Gleise
- Stromkreis 2 (14 V/1,2 A Gleichstrom) für Weichen, Entkupplungsgleise, Drehscheibe,
Signale
- Stromkreis 3 (15 V/1,2 A Gleichstrom) für Beleuchtung (dieser Stromkreis ist noch
nicht aufgebaut)
Für die Verkabelung waren außer der Kabel selbst
ein Elektronik-Lötkolben mit Lötzinn erforderlich, eine Heißklebepistole zum
Befestigen der Kabelstränge an der Plattenunterseite, Schrumpfschläuche,
Kabelbinder, und Steckverbinder. An der Plattenunterseite wurden zwei dickere
Kabel (weiß) als Hauptstränge für die Stromkreise 1 und 2 im Bussystem verlegt.
Am Strang
1 wurden die Gleise angeschlossen, am Strang 2 die Stromversorgung der Weichen, Entkupplungsgleise,
Drehscheibe und Signale. Platz für einen dritten Strang ist vorgesehen, falls
irgendwann mal Beleuchtung verlegt werden soll.
Am Anfang wurden erstmal alle Weichen und Entkuppler am Gleisplan nummeriert. Wichtig beim Verkabeln war, mit unterschiedlich farbigen Kabeln zu arbeiten, diese mit den Nummern zu beschriften, und dabei gewissenhaft zu arbeiten. Ein Fehler in der Verkabelung ist später nur mühsam zu finden und zu beheben. Da es möglich sein muss, die Anlage wieder in einzelne Segmente zu zerlegen, wurden bei den Übergängen zwischen den Segmentplatten16-polige Stecker für die Verbindung zwischen Weichen/Entkuppler/etc. und Schaltpult, sowie Lüsterklemmen für die Hauptsromversorgung verwendet (siehe Bild). Die Stecker gibt es im Elektronik-Handel (z.B. Conrad). Bei Fertigstellung einer Platte wurde die Stromversorgung auf Kurzschlüsse geprüft und die Weichen-Verkabelung komplett durchgetestet.
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Nun fehlen nur noch die Relais-Schaltungen für die Schattenbahnhöfe und die später von der Ebene 2 verdeckten Gleise. Schließlich sollen die Züge bei falscher Weichenstellung dort automatisch anhalten, damit kein Unfall passiert. Beim Schalten einer Weiche soll gleichzeitig ein Relais mitgeschaltet werden, welches je nach Weichenstellung die zwei Stromabschnitte hinter der Weiche mit Strom versorgt bzw. vom Strom trennt. Mir ist noch nicht klar, welche Relais ich dafür verwenden muss. Anschlusskabel für die Relaisschaltungen sind jedenfalls schon verlegt, um die Relaisschaltung werde ich mich später kümmern.
Aufbau der Platten: |
Nun würde sich zeigen, ob meine bisherigen Amateur-Schreinerarbeiten halbwegs brauchbar sind. Ich weiß, dass die richtigen Profis mehr Aufwand in den Unterbau stecken, und diesen in Spantenbauweise fertigen. Allerdings treibt dies Aufwand und Materialkosten in die Höhe, und meine einfache Konstruktion erweist sich ebenfalls als sehr stabil. Da biegt sich nichts durch, da verzieht sich nichts. In regelmäßigen Abständen sind Beine an den Platten angebracht, nur die äußerste linke und rechte Kante liegt auf einer an der Wand angeschraubten Leiste auf. Die Holzbeine wurden mit den gleichen Holzdübeln versehen, wie die Rahmen der vier Unterbau-Platten (siehe Kapitel "Der Unterbau"), damit sie gegen Verrutschen gesichert sind. In den Rahmen des Unterbaus wurden deshalb in regelmäßigen Abständen die entsprechenden Löcher gebohrt. An der Unterseite wurden die Platten noch miteinander verschraubt und erhielten dadurch eine zusätzliche Stabilität.
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Probefahrten mit diversen Zügen und einem Gleichstromtrafo (die Loks waren noch nicht auf Digitalbetrieb umgerüstet!) verliefen erfolgreich und ohne Entgleisungen! Die Stromversorgung der Gleise funktionierte einwandfrei und ohne Fehler. Ich war selbst ein wenig verblüfft darüber, dass es keine Probleme gab. Da besonders die kleinen Loks beim Überfahren der Weichen immer ruckelten, bzw. bei sehr langsamer Geschwindigkeit sogar stehen blieben, musste ich die Herzstücke aller Weichen polarisieren. Dies kann man sehr einfach durch kleine Drahtbrücken zwischen dem Weichenantrieb und der Weiche erreichen. Eine entsprechende Beschreibung war den Roco-Weichenantrieben beigefügt.
Schalten & Walten: |
Nun galt es, die vier Kabelbäume, die unter der Anlage herauskamen, mit einem Schaltpult zu verbinden. Hier würde es nochmal spannend werden: Ich hoffe, ich habe die Kabel alle richtig verlegt und beschriftet. Der Aufbau des Schaltpultes erwies sich als ziemlich zeitaufwendiges Gefummel. Angesichts der Apotheker-Preise für die Schalter und Streckensymbole von Fleischmann würde ich beim nächsten Mal eher Standard-Schalter aus dem Elektronik-Laden besorgen und die Streckenverbindungen auf das Schaltpult malen.
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Nach Anstecken des Schaltpultes funktionierten alle Weichen, Entkupplungsgleise und die Drehscheibe auf Anhieb. Die gründliche Beschriftung der Kabel hat sich ausgezahlt. Die elektrischen Elemente wurden von einem alten Fleischmann Gleichstrom-Trafo mit Energie versorgt. Der Trafo war wunderbar geeignet für diesen Zweck.
Insgesamt wurden bisher verbraucht:
- ca. 350 m Schaltlitze (Kabel)
- ca. 40 m Gleise
- ca. 4 m Lötzinn