Digitale Anlagensteuerung

Für die Korrektheit der Informationen auf dieser Seite kann nicht garantiert werden. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengestellt und dienen ausschließlich dazu, einen Überblick über die digitale Technik zu bekommen, und nicht als Bauanleitung für digitale Anlagen. Für Schäden, die durch fehlerhafte Informationen beim Leser auftreten, wird natürlich nicht gehaftet.

< Decoder-Einbau >

Einleitung:

Nachdem die Anlage ein Neubau wird, hat man mir empfohlen, eine Digitalsteuerung einzusetzen. Ich wusste anfangs nicht genau, was das ist, und habe mich ausgiebig informiert und eingelesen. Grundsätzlich ist der Vorteil einer Digitalsteuerung, dass man mehrere Züge auf einer Anlage nicht mehr über mehrere Stromkreise und Trafos steuern muss, was bisher immer eine große Einschränkung analoger Anlagen war. Stattdessen gibt es auf der Anlage nur einen Stromkreis, und auf diesem lassen sich alle Loks unabhängig voneinander bleibig steuern. D.h. auf einen Gleis können mehrere Züge mit beliebigen Geschwindigkeiten und Fahrtrichtungen gleichzeitig gefahren werden, ohne dass man mehrere Gleisabschnitte und Trafos braucht.
Zusätzlich kann man mit der Digitalsteuerung auch Weichen, Signale, Zugfunktionen (Beleuchtungen etc.) und ganze Weichenstraßen schalten, vorausgesetzt man kauft eine Steuerzentrale, die das auch kann. Die Weichen/Signale müssen dann nicht mehr mit langen Leitungen mit einem Schaltpult verkabelt werden, da sie über den Stromkreis der Schienen gesteuert werden.

Hardware:

Digitale Steuerzentrale (hier: Intellibox von Uhlenbrock)Welche Komponenten müssen also gekauft werden? Alles beginnt mit einer digitalen Steuerzentrale, das Herzstück der Anlage. Die ist auch je nach Ausführung entsprechend teuer (irgendwo zwischen 70 und 500 Euro). Die Steuerzentralen unterscheiden sich hauptsächlich in der Anzahl der Funktionen. Mit preisgünstigen Zentralen lassen sich nur Geschwindigkeiten der einzelnen Loks regeln, und meistens ist die Anzahl der Loks auch noch begrenzt (z.B. auf 10 Loks). Die teueren Geräte können nicht nur die Geschwindigkeit steuern, sondern man kann z.B. auch bei jeder Lok und jedem Waggon die Beleuchtung oder andere Funktionen unabhängig ein-/ausschalten, man kann über die Zentrale Weichen und Signale steuern, und man kann per Knopfdruck eine ganze Weichenstraße schalten.

Zusätzlich zur Zentrale müssen vor allem die Loks mit einem digitalen Empfängerbaustein - einem sogenannten Decoder - ausgestattet werden. Gleiches gilt für Weichen, Signale, Drehscheiben etc., wenn man diese auch digital ansteuern will. Dieser Decoder ist eine münzengroße Platine, die in der Lok oder an der Weiche untergebracht werden muss. Wenn man geschickt ist, kann man das selbst machen, oder man lässt die Decoder in einem Modellbahn-Fachgeschäft einbauen.

Nun hat man schon das wichtigste, fehlen nur noch Trafo und Booster. Der Booster wird an die Steuerzentrale angeschlossen. Er verstärkt das Steuersignal der Zentrale und schickt es in Form von hochfrequentem Wechselstrom auf die Schienen. Je nach Größe der Anlage und Stromverbrauch durch Loks, Beleuchtungen, etc. sollte man einen oder mehrere Booster anschließen. Ein Booster leistet maximal 3 Ampere, was normalerweise für den Fahrbetrieb von 3 bis 5 Loks gleichzeitig ausreicht (eine H0-Lok braucht etwa 0,5 A - 1 A). Will man also 5 Loks gleichzeitig steuern, und verwendet zusätzlich beleuchtete Waggons, sollte man schon mindestens 2 Booster einplanen. (Hinweis: In die meisten Stuerzentralen - z.B. die Intellibox - ist bereits ein Booster für 3 A integriert. Man benötigt für den Anfang also keinen extra Booster, sondern es genügt ein Trafo.)
Jeder Booster wird mit einem eigenen Trafo versorgt, der den Booster mit Strom versorgt. Die Leistung des Trafos (z.B. 3 A) sollte mit der des Boosters übereinstimmen.

Protokolle und Hersteller:

Jetzt gibt es noch das sogenannte Protokoll. Dabei handelt es sich um die Sprache, über die sich die Steuerzentrale mit den Decodern in den Loks oder Weichen unterhält. Es gibt unterschiedliche Protokolle, von welchen das NMRA-DCC-Protokoll derzeit am verbreitetsten sein dürfte. Die Protokolle unterscheiden sich minimal in den Funktionen. Es sind etwa die folgenden Protokolle verbreitet: Motorola, Selectrix (von Trix), FMZ (von Fleischmann), und NMRA-DDC (ein unabhängiges genormtes Protokoll). Bevor man Steuerzentrale und Decoder kauft, sollte man sich also für ein Protokoll entscheiden. Meine Entscheidung fiel auf DCC, weil es genormt und herstellerunabhängig ist.

Decoder und 1 Cent MünzeWenn man sich für ein Protokoll entschieden hat, müssen Steuerzentrale und Decoder gekauft werden, die dieses Protokoll unterstützen. Beides gibt es wiederrum von unterschiedlichen Herstellen. Zentralen gibt's z.B. von Uhlenbrock, Fleischmann, Märklin, Trix und vielen anderen. Am verbreitetsten ist die Uhlenbrock Intellibox, die in etwa baugleich ist mit dem Fleischmann Twin-Center. Beide haben massig Funktionen und unterstützen mehrere Protokolle (unter anderem DCC). Kostenpunkt: Derzeit ca. 400 Euro. Booster und Trafos müssen nicht immer zwingend vom gleichen Hersteller sein, wie die Zentrale.
Decoder gibt's von Uhlenbrock, Fleischmann, Märklin, Kühn, Lenz und vielen anderen. Sie unterscheiden sich meist in dem unterstützten Protokoll und den Funktionen (können sie nur Geschwindigkeit oder auch Funktionen wie Licht und Rauch ansteuern?) Ich werde Kühn-Decoder kaufen, da sie derzeit das beste Preis-/Leistungsverhältnis haben und noch dazu sehr klein gebaut sind (ca. so groß wie eine 1 Cent Münze) und so auch in den kleinen H0-Loks unterzubringen sind. Ein Decoder kostet (Stand 2003) etwa 25 Euro. Es gibt von diesen Herstellern nicht nur Lok-Decoder, sondern auch reine Funktionsdecoder zum Steuern von Weichen, Drehscheiben, Signalen oder Zug-Innenbeleuchtungen.

Planung:

Wenn man eine größere Anlage hat, sollten zusätzlich zwei Dinge berücksichtigt werden:

1. Die Anzahl der benötigten Booster + Trafos.
Es gilt die Regel: Ein Booster reicht normalerweise für etwa 3 bis 5 gleichzeitig fahrende H0-Loks. Benutzt man Zuginnenbeleuchtung, wird der Stromverbrauch höher und man benötigt evtl. zusätzliche Booster.

2. Die Verkabelung der Booster und der Zentrale mit der Anlage.
Verwendet man nur einen Booster, sollten bei großen Anlagen die Gleise an mehreren Stellen vom Booster gespeist werden, da das Signal nach 2 Metern Gleis durch den Gleiswiderstand stark nachlässt.
Verwendet man mehrere Booster, braucht man pro Booster einen getrennten Gleisabschnitt, weil man nicht alle Booster auf das gleiche Gleis schalten kann. Die Loks merken von den Gleisabschnitten nichts. Sie dienen nur dazu, die Booster voneinander zu trennen. Man sollte die Gleisabschnitte so sinnvoll aufteilen, dass maximal 3 Loks gleichzeitig in einem Gleisabschnitt fahren.

Decoder-Einbau:

Hier geht es direkt zu der Seite, auf der ich den Einbau und Test von Kühn T125 DCC Decodern in ca. 15-20 Jahre alte Fleischmann-Loks beschreibe.

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